Vultus loquitur, quodcumque tegis. (Deine Miene verrät alles, was du verheimlichst. Lucius Annaeus Seneca, † 65 n. Chr.)
Von Michael Fortwängler
Charles Darwin hat in seinem 1872 veröffentlichten Buch “Der Ausdruck der Gefühle bei Mensch und Tier” auf die Bedeutung der Körpersprache hingewiesen. Dieses Buch inspirierte die moderne Erforschung der Mimik und Körpersprache. Ein anderer Pionier war Albert Mehrabian (1939 geboren und heute Professor Emeritus der Psychologie), der in einer Studie, die 1971 erschien, aufgezeigt hat, dass jede direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch drei Ebenen hat – das gesprochene Wort, den Ausdruck der Stimme und die Körpersprache. Gemäß Mehrabian ist unsere Sympathie für unseren Gesprächspartner zu 7% vom gesprochenen Inhalt, zu 38% vom Ausdruck der Stimme und zu 55% von der Körpersprache bestimmt.
Wenn wir auf den Kanälen Wort, Stimme, Körper kommunizieren, dann sind die Botschaften dieser drei Kanäle im Idealfall kongruent, das heißt, sie geben entweder die gleiche Information wieder, bzw. deuten mit ihrer Information in die gleiche Richtung der Bedeutung. Sind sie das nicht – auch das eine Erkenntnis der Forschung von Mehrabian – glauben wir eher der Körpersprache.
Inkongruenz zeigt oft Unsicherheit an oder einen grundlegenden inneren Konflikt. Je authentischer jemand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Inkongruenz. Grundsätzlich verweisen Körpersignale auf die mentale und die emotionale Entsprechung einer Handlung oder Aussage: „What you think is what you get and what you feel is what you show“. Read more »
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