Sonntag, 5 of September of 2010

Category » Führungskräfte-Coaching

Erfolgsfaktoren, Teil 1

Von Michael Fortwängler

Als ich im Oktober 1999 beim 2. Erfolgsforum der Birkenbihl-Gruppe in der Köln-Arena saß, war ich einer von 12 000 Teilnehmern. Auf der Bühne waren die prominentesten Motivations- und Erfolgstrainer Europas aufgeboten, plus Hans-Dietrich Genscher und Henry Maske. Das Erfolgsforum wurde von den Veranstaltern als Supermarkt der Erfolgsideen angepriesen, in dem man sich bedienen könne.

Die meisten Trainer dieser Veranstaltung versuchten, das Thema durch extreme Vereinfachung und Reduktion auf wenige Faktoren in den Griff zu bekommen. Die meisten Bücher und Trainingskonzepte zum Thema Erfolg verfahren auch heute noch so.

Wenn es so einfach wäre, dann reichte tatsächlich ein Tagesseminar oder die Lektüre eines Buches, um für immer erfolgreich und glücklich zu sein.

Aus eigener Erfahrung und aus meiner Arbeit mit Klienten weiß ich jedoch, dass es Rezepte mit Erfolgsgarantie nicht gibt. Es lohnt sich jedoch, die  Prinzipien und Strategien anzuschauen, die mehr Erfolg versprechen, als andere Vorgehensweisen.

Um erfolgreich zu sein, müssen wir bestimmte Dinge tun und wir müssen bestimmte Dinge lassen. In diesem ersten Beitrag zum Thema beschäftige ich mich daher zunächst mit gängigen Strategien, die wir lassen sollten - weil sie nicht funktionieren.

Über falsche Entscheidungen

Für die Aufnahmeprüfung zum Kampftaucher bei der Bundeswehr wurde vor längerer Zeit den Prüflingen die Aufgabe gestellt, ohne Sauerstoffflaschen in eine enge Röhre zu tauchen und an deren anderem Ende eine Luke zu öffnen, um so wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen.

Was wie ein relativ einfacher Teil der Prüfung aussah, war ziemlich gemein: Als nämlich die Prüflinge die Luke erreichten, mussten sie feststellen, dass sich diese von innen gar nicht öffnen ließ. All jene, die nun in Panik gerieten, weil die Röhre zu eng zum Wenden und Zurück-Schwimmen war, wurden zwar schleunigst aus ihrer misslichen Lage befreit, sie hatten dann allerdings auch die Prüfung nicht bestanden. Jene, die Coolness bewiesen und nicht in Panik verfielen, bis die Luke endlich geöffnet wurde, hatten bestanden.

Obwohl jeder Leser - von einem sicheren Platz am Schreibtisch aus - sofort nachvollziehen kann, dass Panik keine Reaktion ist, die in Gefahrensituationen die Überlebenschancen vergrößert, werden sich vermutlich nicht allzu viele ganz sicher sein, in der oben beschriebenen Situation zu den „Coolen” zu gehören. Obige Prüfung war darauf angelegt, genau jene zu selektieren, die aufgrund ihrer psychischen Disposition gelassen und umsichtig bleiben können und damit die Voraussetzung besitzen, um auch in realen Extremsituationen angemessen zu handeln.

In unbekannten, ungewohnten oder gar gefährlichen Situation, verfallen Menschen oft in irrationale Denk- und Handlungsweisen oder zumindest antizipieren sie die Wirkungen ihrer Handlungen nicht in ausreichendem Maße. Ein paar Beispiele aus dem wirklichen Leben: Read more »


“Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele.”

Albert Einstein


Vom Wollen und Können. Erfolgsfaktoren der Personalentwicklung.

Von Michael Fortwängler

Nach erfolgreichem Studienabschluss und zügiger Promotion stand mir ein viel versprechender Karriereweg offen und voller Elan und Ehrgeiz stürzte ich mich ins Berufsleben und war für einige Zeit sehr zufrieden damit.Ich arbeitete in meinem Fachbereich, konnte meine Qualifikationen einsetzen, selbständig meine Projekte planen und durchführen und wurde angemessen bezahlt.

Mehr und mehr kamen jedoch Aufgaben hinzu, für die ich nicht ausgebildet war. Was stets zählte, war aber meine Fähigkeit, mich in alles einarbeiten zu können. Und so sagte ich immer: „Ja klar, kann ich.“

Je weiter ich mich von meinen eigentlichen Studieninhalten entfernte und in neue Bereiche einarbeitete, desto größer wurde meine Unzufriedenheit und auch meine Angst, es irgendwie vielleicht doch nicht zu schaffen. Aber bisher hatte ich es immer geschafft, also sagte ich weiter: „Okay, kann ich, mach ich“.

Der Druck von meinem Chef wurde immer größer, und ich hielt trotz erster ernster Anzeichen eines Burn-Out weiter durch („Kann ich, mach ich.“), bis ich endgültig von meinem Arzt aus dem Verkehr gezogen wurde.

Als sich die Wochen der Krankschreibung so hinzogen, hatte ich endlich genug Abstand, um meine Situation zu reflektieren und mir darüber klar zu werden, dass ich diesen Job eigentlich schon lange nicht mehr wollte.

(Mitteilung einer Coaching-Klientin)

Burn-out-Syndrome sind die Ausnahme im Berufsleben, nicht die Regel. Sie sind jedoch zu einem bedeutenden menschlichen und volkswirtschaftlichen Faktor geworden. Laut einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse waren im Jahr 2008 deutsche Arbeitnehmer wegen Burnout-Symptomen fast 10 Millionen Tage krankgeschrieben. Stressbedingte Arbeitsausfälle kosten Unternehmen nach einer Schätzung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz jährlich 20 Milliarden Euro.

Und nach einer im Januar 2009 veröffentlichten Studie der Beratungsfirma Gallup fühlen sich 67 Prozent der Arbeitnehmer emotional nur gering an ihre Firma gebunden. Zwanzig Prozent haben sogar innerlich bereits gekündigt. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Unternehmen verpflichtet und arbeiten hoch engagiert. Nach dieser Studie kommen Beschäftigte mit geringer emotionaler Bindung auf zwei bis vier Fehltage mehr im Jahr als emotional hoch gebundene Mitarbeiter. Einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern entstehen der Studie zufolge so jährliche Mehrkosten von 485 000 Euro.

Aus Sicht der Unternehmen fallen in diesem Zusammenhang jedoch noch mehr volkswirtschaftliche Kosten an. Denn auch Kündigungen kosten Geld. Die derzeitige Rate der von Unternehmen nicht gewollten Fluktuation von Mitarbeitern liegt einer anderen Gallup-Studie zufolge bei 57% der deutschen Unternehmen bei 1 - 5%, und bei 28% der Unternehmen bei 5 - 15%. Für Mitarbeiter im Management liegen die Kosten für Personalsuche, Auswahlverfahren und Einarbeitung schnell im Bereich von 100 000 Euro.

Und es gibt natürlich noch die andere Seite, die der persönlich Betroffenen – Verlust an Lebensqualität, Brüche in der Biographie, Stagnation der beruflichen Karriere, Neuanfang mit Verlust des privaten Umfeldes, Belastungen für die Familie oder den Partner, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Enttäuschungen und persönliche Niederlagen sind nur einige der Auswirkungen, die mit falschen beruflichen Entscheidungen verbunden sind.

Es ist schon lange bekannt, dass die berufliche Karriere nicht allein auf einer guten Qualifikation aufbaut, sondern persönliche Faktoren eine ebenso große Rolle spielen. In der Personalentwicklung müssen diese persönlichen Faktoren daher berücksichtigt werden, denn der Erfolg von Entwicklungsmaßnahmen ist in den meisten Fällen davon abhängig, wie die Kombination aus menschlichen Eigenschaften und beruflichen Kompetenzen in der gezielten Förderung berücksichtigt wird.

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Werte und “Schatten”-Werte

Von Michael Fortwängler

„Ich weiß, was mein Schatten ist. Mein ganzes Erwachsenenleben lang fürchte ich schon, damit konfrontiert zu werden. Vor zwei Jahren war es soweit. Ich bekam die Stelle, die ich seit langem anstrebte. Alle freuten sich für mich, aufrichtig. Ich nicht. Der Schatten fiel über mich.

Eigentlich erfülle ich die Anforderungen für die Stelle. Aber ich mache es nur als Job, mit dem Vorsatz: nur für einige Zeit. Jeden Tag denke ich, wie sollst du das jahrelang aushalten? Ich nehme mir vor: nur für heute. Heute gehe ich, und morgen bin ich vielleicht krank. Mein Geld kriege ich sowieso. Aber ohne krank zu sein habe ich noch nie gefehlt. Einmal war ich zu Hause, nur halb krank. Ich fühlte mich schlechter als wenn ich gegangen wäre. Also tauche ich immer wieder ein, in die Schattenwelt. Die Mitarbeiter der Abteilung, die ich leite, zeigen es mir. Sie nutzen die kleinsten Chancen, die ich ihnen lasse. Eine Unklarheit und sie schlagen ihren Vorteil heraus. Eine Inkonsequenz und sie schlüpfen durch die Maschen der Vorgaben. Eine verpasste Grenze und sie tun, was sie wollen. Sie kennen alle Schliche, alle Ausreden, alle Finten.

Ich weiß, was mein Schatten ist. Ich bin schludrig mit der Ordnung, mache unregelmäßige Kontrollen, bin nachlässig mit den Memos, drücke mich vor Mitarbeitergesprächen, mache meine Vorbereitungen für die Präsentationen möglichst billig, komme verspätet zu den Meetings, achte nicht auf die Einhaltung von Absprachen…“

(Schriftliche Mitteilung aus dem Personal Coaching)

Carl Gustav Jung, (1875-1961) Schweizer Mediziner und Psychologe und Begründer der analytischen Psychologie sah den Menschen im Spannungsfeld der nach außen gerichteten und bewussten Aspekte seiner Persönlichkeit einerseits und dem „Schatten“, d.h. den dunklen, verborgenen, unbewussten oder halbbewussten Teilen seiner Persönlichkeit andererseits. Der Schatten ist der nicht in Besitz genommene Teil unseres Selbst, den wir nicht ansehen wollen, weil wir vor ihm Angst haben, oder weil wir nicht wissen, wie wir mit ihm umgehen sollen, oder weil er unseren eigentlichen Werten zutiefst zuwider läuft. Read more »


Herzlich Willkommen beim Blog von „Art of Changing“!

Von Michael Fortwängler

Im Mai 2009 beginne ich diesen Blog als Ersatz für den Newsletter, den ich in den letzten Jahren an Kunden verschickte. Ein Blog ist schneller, einfacher und zeitgemäßer und ermöglicht auch die Verwendung von Videos. Außerdem haben so alle Besucher meiner Homepage Gelegenheit, den Kontext meiner Arbeit näher kennen zu lernen.

Seit ich in den 1980iger parallel zu meinem Pädagogikstudium die erste von zwei Ausbildungen in Gestaltarbeit nach Fritz Perls absolvierte, fesselt mich das große Thema der Veränderung des Menschen und wurde auch zum zentralen Gegenstand meiner beruflichen Betätigung der letzten 24 Jahre. Dementsprechend ist der Name meiner Homepage Programm: Die Kunst der Veränderung.

Die Beiträge in diesem Blog werden sich mehr oder weniger alle darum drehen - aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, auf unterschiedliche Aspekte fokussiert, verschiedene praktische Lösungswege aufzeigend.

An den Anfang dieses Blogs stelle ich ein Video des Arztes und Komikers Dr. Eckart von Hirschhausen.

Diese Geschichte erfreut sich wegen der menschlichen Wärme, mit der sie erzählt wird, und wegen der freundlichen Grundhaltung, die sich darin ausdrückt, großer Beliebtheit. Gleichzeitig spricht Hirschhausen zentrale Punkte zum Thema Veränderung an:

1. Wir urteilen zu schnell über uns und andere.
2. Wer wir sind und was wir können, hängt auch von der Umgebung ab.
3. Menschen können sich nicht komplett und grundsätzlich ändern.
4. Am besten stärken wir unsere Stärken, anstatt gegen unsere Schwächen anzukämpfen.
5. Wenn wir uns kennen, können wir viel besser die passende Umgebung finden. Read more »